Julius Kaim erfolgreich in die Regatta-Saison gestartet

Julius hat sich in seiner neuen Trainingsgruppe am Ruderleistungszentrum Dortmund mittlerweile sehr gut eingelebt und entwickelt sich sportlich ganz hervorragend.

Am Wochenende de 28. und 29. März fand in Leipzig die erste Leistungsüberprüfung für die Nationalmannschaftsruderer und -ruderinnen statt. Julius konnte sich dabei am Samstag auf dem Ergometer mit einer Zeit von 6:07 Minuten ganz hervorragend platzieren. Als U23-Ruderer nähert er sich damit zunehmend den Top-Zeiten der A-Ruderer an – eine beeindruckende Entwicklung.

Am Sonntag stand die 6-Kilometer-Langstreckenüberprüfung im Zweier-ohne auf dem Programm. Gemeinsam mit seinem Partner Lino Zastrow erreichte Julius den 11. Gesamtrang aller Riemenruderer und belegte dabei einen starken 2. Platz im U23-Bereich. Das ist eine ganz hervorragende Leistung!

Der nächste wichtige Wettkampf steht bereits bevor: Vom 17. bis 19. April findet in München auf der ehemaligen Olympiaruderstrecke die Deutsche Kleinbootmeisterschaft statt. Dort geht es um die Qualifikation für die Besetzung der Großboote.

Wir wünschen Julius für diesen wichtigen Schritt alles erdenklich Gute und weiterhin viel Erfolg!

Ruder-Abteilung des TVK Essen mit neuem Vorsitzenden

Die Ruder-Abteilung des TVK Essen 1877 hat einen neuen Vorsitzenden: Ansgar Wessling wurde von den Mitgliedern zum neuen Leiter der Abteilung gewählt.

Ansgar (*3. Mai 1961 in Essen) ist dem Rudersport und insbesondere dem TVK Essen seit Jahrzehnten eng verbunden. Während seiner aktiven Laufbahn gehörte er zur Spitze des deutschen Rudersports und sammelte dabei internationale wie nationale Erfolge. So war er unter anderem Teil des deutschen Achters, der 1988 bei den Olympischen Spielen in Seoul die Goldmedaille gewann, sowie Mitglied der Weltmeister-Boote von 1989 und 1991. Trotz dieser Erfolge stand für ihn stets weniger der Titel als vielmehr das Zusammenspiel im Boot, saubere Technik und das gemeinsame Arbeiten an einem Ziel im Vordergrund.

Als Ruderer startete Ansgar für die Ruderriege TVK Essen 1877 und galt schon damals als jemand, der sportliche Herausforderungen mit großer Ruhe, Erfahrung und Bodenständigkeit anging. Besonders im Großboot fühlte er sich zuhause – wegen des Teamgedankens, den er bis heute als Kern des Rudersports beschreibt.

Mit der Wahl zum Vorsitzenden übernimmt Ansgar Wessling nun Verantwortung für die Weiterentwicklung „seiner“ Ruder-Abteilung. Als langjähriges Vereinsmitglied, Vorbild und Identifikationsfigur bringt er nicht nur sportliche Erfahrung mit, sondern auch ein tiefes Verständnis für Vereinsleben, Ehrenamt und Gemeinschaft. Sein Fokus liegt darauf, unterschiedliche Generationen zusammenzuführen und Strukturen zu stärken, die Leistungsbereitschaft ebenso ermöglichen wie Zusammenhalt.

Er folgt im Amt auf Jan Thiesbrummel, der die Ruder-Abteilung in den vergangenen Jahren engagiert geführt und wichtige Akzente gesetzt hat. In dieser Zeit wurden unter anderem sportliche Höhepunkte wie die Kupferdreher Sprint‑Regatta etabliert sowie erstmals die Ruder-Bundesliga am Standort TVK Essen ausgerichtet. Der Verein dankt Jan Thiesbrummel ausdrücklich für seinen Einsatz und seine Arbeit für die Abteilung.

Mit Ansgar Wessling an der Spitze sieht sich die Ruder-Abteilung des TVK Essen gut aufgestellt, um Bewährtes fortzuführen und neue Impulse für ein lebendiges, gemeinschaftlich geprägtes Vereinsleben zu setzen – ruhig, strukturiert und mit klarem Blick nach vorn.

Ruderkurs für Anfänger – es gibt noch freie Plätze

Rudern


Träumst du schon immer davon, auf einem See oder Fluss in einem Ruderboot zu sitzen und die Natur um dich herum zu genießen? Oder hast du dich immer gefragt, wie es sich anfühlt, Teil eines Ruderteams zu sein und gemeinsam durch das Wasser zu gleiten? Unser Ruderkurs bietet dir die Möglichkeit, diese Träume wahr werden zu lassen!
Mit unserem erfahrenen Trainer-Team lernst du die Grundlagen des Ruderns kennen und erhältst eine umfassende Einführung in die Technik, die Sicherheit und das Training im Rudersport – in zehn Kurseinheiten zu je zwei Stunden erlernst Du in Kleingruppen das 1×1 des Ruderns.

Am Ende des Kurses ist schon eine längere Ausfahrt möglich. Bereits im Grundlagenkurs kommen Freude und Naturerlebnisse auf dem schönen Baldeneysee nicht zu kurz.

Die Unterrichtsgeschwindigkeit richtet sich nach Deinen Bedürfnissen. Zum Abschluss des Kurses findet eine gemeinsame Ausfahrt mit anschließendem gemütlichem Beisammensein in unserer Vereinsgastronomie „Seelich“ statt.

Melde dich noch heute für unseren 10-wöchigen Ruderkurs an und erlebe die Freude am Rudersport!

Notwendige Utensilien:
• Enganliegende Sportbekleidung und Sportschuhe, die nass werden dürfen
• Wasserflasche
• Sonnenschutz (je nach Wetterlage)

Wir bitten um reine Anfänger und keine Wiederholer aus vorangegangenen Kursen !

Wo:

TVK – Steg
Kampmannbrücke 1
45257  Essen
Wann:
10 Termine
von Mo. 20.04.2026, 18:00  Uhr
bis Mo. 29.06.2026, 20:00  Uhr
Alle Termine anzeigen
Zusatzinfos:

Pfingstmontag (25.05.26) fällt aus !
Bitte jeweils pünktlich um 17.45h „am Steg“ sein. ..
Bitte bedenken: Rudern ist ein Teamsport: wer zu spät kommt, hält die gesamte Mannschaft auf…

Rudern ist “Outdoor-Sport” und findet bei allen Wetterbedingungen außer bei Gewitter und Sturm statt! Die Kleidung sollte den Wetterbedingungen angepasste Sportkleidung sein, die ausreichend Bewegungsspielraum bietet (Radsportbekleidung ist meist passend). Die Kleidung sollte möglichst eng anliegen und keine offenen Taschen o.ä. haben, damit man beim Rudern nicht hängen bleibt. Zum Umkleiden sind Dusch- und Umkleidemöglichkeiten am Bootshaus vorhanden.

Bei Sonnen­schein: Sonnenbrille und Sonnenschutz nicht vergessen. Immer: Getränk (Wasser) dabei haben. Als Schuhwerk sind am besten Hallenschuhe geeignet, die keine zu breite Sohle im Fersenbereich haben. Laufschuhe sind weniger geeignet, da sie i.d.R. eine gedämpfte Sohle haben und im Fersenbereich zu breit sind.

Neuer Ruderkurs für Anfänger*innen

Am Montag 20. April 2026 um 18:00 Uhr beginnt ein neuer Ruderkurs für reine Anfänger*innen. Der Kurs ist für Erwachsene, umfasst 10 Termine (immer montags – außer Pfingstmontag) und endet am 29. Juni 2026. Das erfahrene Übungsleiterteam der TVK Ruderriege freut sich über viele neue Gesichter.

Anmeldungen sind ab sofort online oder über die Geschäftsstelle möglich.

25.02.2026 | Kerstin & Petra

Ruderwanderfahrt 2025

Ruderwanderfahrt Essen– Kettwig, 11. Oktober 2025

Im Vorfeld der Fahrt hatten Petra und Kerstin uns mit umfangreichen Informationen versorgt, da zu dieser Fahrt auch wir Ruderneulinge herzlich eingeladen waren. So waren neben der „Stammbesetzung“ und unserer Verstärkung aus Duisburg in diesem Jahr auch drei Teilnehmer*innen aus dem Anfängerkurs des Frühsommers mit dabei.

Um 9:00 Uhr trafen wir uns am TVK. Das Wetter war grau mit etwas Nieselregen. Auf unsere Stimmung hatte dies keinen Einfluss. Sie war und blieb super den ganzen Tag.

Als Organisatorinnen hatten Petra und Kerstin sich im Vorfeld Gedanken zur Besetzung der Boote gemacht, die Obmänner bestimmt und so konnten wir direkt beginnen, die Boote klarzumachen. Wir waren mit Schimscha, Potzblitz, Athena und Breslau unterwegs. Das erste Stück bis zum Wehr kannten wir Anfänger gut, ohne Wind war es ein angenehmer und guter Start in die Tour.

Gespannt waren wir auf die Steganlage am Wehr. Das Vorgehen dort kannten wir bisher nur aus Erzählungen. Erforderliche Manöver haben wir immer mal wieder sozusagen als Vorbereitung geübt. Unter Anleitung der erfahrenen Ruderer konnten wir uns gut einbringen, die Boote wurden umgetragen und wieder fahrbereit gemacht. Danach ging es auf der Ruhr Richtung Kettwig mit der Strömung umgeben von schön herbstlich verfärbten Bäumen weiter.

Als wir in Kettwig vor dem Stausee/Wehr wendeten und die anderen Boote nicht nur in Sicht- sondern auch in Hörweite waren, wurde die übliche Begrüßung „Ahoi“ gegen spöttische Neckereien ausgetauscht. Wir waren gut gelaunt und hungrig.

Nachdem die Boote auf der Wiese des Rudervereins Kettwig abgelegt waren, begann der Wanderpart 😉 des Tages. Wir gingen zur „Alten Stiege“, einem netten Lokal mitten in der Altstadt von Kettwig und wie der Name schon sagt, immer bergauf. Bei leckerem Essen und netten Gesprächen genossen wir unsere Mittagspause und waren danach wieder fit für die Rückfahrt. Bei dem ein oder anderen passte auch noch ein Eis aus der hervorragenden Eisdiele, an der wir vorbeikamen.

Für ein Suppenkoma hatten wir keine Zeit. Es ging an der Ruhr angekommen schnell wieder weiter. Wir Anfänger fühlten uns inzwischen schon wie alte Hasen. Wir kannten das Procedere an der Umtrage Baldeney und waren genau wie bei den Terminen des Breitensports gut integriert in die Gruppe. Nach den 30 km kamen wir dann etwas erschöpft, aber froh gelaunt beim TVK wieder an. Eine sehr gelungene Wanderfahrt. Es hat Spaß gemacht.

Danke an die Organisatorinnen und alle Teilnehmer*innen für den schönen Samstag.

14.10.2025 | Hildegard

Ruder-Bundeswettbewerb 2025 – 3 Mädchen, 2 Siege, ein unvergessliches Wochenende in München

Manche Reisen beginnen im Morgengrauen – leise, verschlafen, voller Erwartungen. So auch am Donnerstag, den 26. Juni 2025, als sich Elly, Elisa und Marlene frühmorgens um 4 Uhr auf den Weg machten. Ihr Ziel: der Ruder Bundeswettbewerb in München. Ihre Mission: kämpfen, durchhalten, träumen – und vielleicht, ganz vielleicht, gewinnen.

Zusammen mit anderen Essener Rudervereinen – Steeler RV, EWRC und ETUF – fuhren sie im Vereinsbus gen Süden. Noch war es dunkel, die Straßen leer, die Gedanken irgendwo zwischen Nervosität und Vorfreude. Als sich später die NRW-Vereine zur Kolonnenfahrt zusammenschlossen, ahnte niemand, dass diese Reise ein Kapitel schreiben würde, das die drei Mädchen nie vergessen würden. Ein kleiner Motorschaden sorgte kurz für Aufregung – doch auch das meisterten sie gemeinsam. Nach neun Stunden Fahrt endlich: die Regattastrecke in Oberschleißheim.

Ankommen heißt erstmal: anpacken
Viel Zeit zum Durchatmen blieb nicht. Boote aufriggern, kontrollieren, alles muss passen. Als dann bei einem Boot ein Defekt an der Dolle entdeckt wird, ist klar: Jetzt zählt Teamarbeit. Schnell wird das Ersatzteil eingebaut – und die drei wissen: Wir sind bereit. Doch dann: ein plötzlicher Wetterumschwung. Ein Gewitter zieht auf, als alle sich gerade am NRW-Teamzelt treffen wollten. Die Mädchen halten zusammen, warten ab – und freuen sich dann umso mehr, als es zum Abendessen geht. „Ganz lecker war’s“, erzählen sie später. Die Eröffnungsfeier fällt dem Wetter zum Opfer – dafür wartet am Abend die Unterkunft: eine große Sporthalle. Schlafsäcke, Ruderfreunde, erste Gespräche über das, was kommt.

Freitag – Nervenkitzel auf der Langstrecke
Der Freitag bringt Wärme, Sonnenschein – und die ersten Rennen. Marlene geht als Erste an den Start. Um 11 Uhr legt sie im Einer ab. Ruhig und konzentriert zieht sie über das Wasser. Jeder Schlag sitzt. Im Ziel wartet eine Überraschung: Platz 1 in ihrer Abteilung. Platz 1 gesamt. A-Finale! Und noch besser: Einladung zum Lehrgang in Ratzeburg – der Lohn für ihren grandiosen Auftritt.

Dann sind Elly und Elisa an der Reihe. 13 Uhr. Doppelzweier. Die Anspannung steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Sie wissen, dass es schwer wird. Doch sie kämpfen sich mutig durch ihr Rennen, holen in ihrer Abteilung Platz 2 und rutschen ganz knapp auf Gesamtplatz 6 – der letzte Platz, der noch ins A-Finale führt.

Was sie nicht wissen: Die Entscheidung fällt erst später. Und so erleben sie am Abend einen dieser Momente, die man nie vergisst. Bei der Siegerehrung wird verkündet: „Elly und Elisa stehen im A-Finale.“ Ungläubige Blicke, ein Moment voller Überraschung – und dann nur noch Freude. Laut, ehrlich, verdient.

Samstag – Ein langer, heißer Tag
Der Samstag gehört dem Allgemeinen Sportwettbewerb (ASW). Es ist heiß. Sehr heiß. Und die Wartezeiten zwischen den Stationen fordern Geduld und Ausdauer. Die Mädchen kämpfen sich durch, machen Übungen, feuern sich gegenseitig an.

Weil es nicht genug Teilnehmerinnen gibt, wird der Doppelzweier aus NRW mit Brandenburg und Niedersachsen in eine gemischte Riege gesteckt – eigentlich untypisch, denn beim Bundeswettbewerb tritt normalerweise jedes Bundesland für sich an. Elly und Elisa erreichen mit ihrer Riege Platz 5, Marlene mit ihrer den 4. Platz.

Am Abend geht es zurück in die Turnhalle – die Mädchen sind erschöpft, aber bereit für das große Finale.

Sonntag – Zwei Finals, zwei Bundessiege
Früh am Morgen – Taschen gepackt, letzte Vorbereitungen, Nervosität liegt in der Luft. Heute zählt’s.

9:40 Uhr. Der Start für Elly und Elisa. Sie tragen ihr Boot zum Steg, der See liegt still vor ihnen, das Wasser schimmert im Licht. „Jetzt oder nie“, denken sie vielleicht. Mit einem starken Start setzen sie sich direkt an Platz 2. Das Rennen ist ein Kampf. 400 Meter, 600 Meter – sie bleiben dran. Und dann, auf den letzten 200 Metern, treffen sie die Entscheidung: Jetzt alles geben. Sie sprinten, sie ziehen – und sie gewinnen. Bundessiegerinnen im Doppelzweier. Tränen, Umarmungen, Jubel. Ein Moment, der Gänsehaut macht.

Dann kommt Marlene. Auch bei ihr: Anspannung. Ihr Start ist nicht ideal, aber sie lässt sich nicht beirren. Schlag für Schlag kämpft sie sich nach vorn. Und auch sie schafft es: Bundessieg im Einer. Zwei Rennen, zwei Siege – was für ein Tag!

Abschied mit Sprung ins Glück
Die große Gesamtsiegerehrung fällt wegen der Hitze aus – doch das trübt die Stimmung kaum. Die Ruderjugend NRW erreicht mit 3469 Punkten den 2. Platz, knapp hinter dem Siegerteam mit 5214 Punkten.

Zum Abschluss dürfen die Mädchen noch einmal tun, worauf sie sich den ganzen Tag gefreut haben: Sie springen in die kalte Regattastrecke, lachen, toben, genießen den Moment. Es ist der perfekte Abschluss für ein Wochenende voller Emotionen, Herausforderungen und großer Erfolge.

Ein Wochenende fürs Herz
Der Bundeswettbewerb 2025 war für Elly, Elisa und Marlene mehr als nur ein Wettkampf. Es war ein Erlebnis voller Freundschaft, Mut, Tränen und Jubel. Sie haben gezeigt, dass Zusammenhalt, Leidenschaft und ein bisschen Mut am Ende alles möglich machen können – sogar zwei Bundessiege an einem einzigen Tag.

Wanderfahrt Saar-Mosel

Wanderfahrt Saar/ Mosel 2025

Auch in diesem Jahr fand wieder die traditionelle Herrenwanderfahrt über Christi Himmelfahrt mit 11 Teilnehmern statt, die uns auf Saar und Mosel führte. Ein kleiner aber feiner Teilnehmerkreis, der uns erlaubte auf den sonst üblichen Fahrdienst zu verzichten, der sonst üblicherweise bei Flußwanderfahrten notwendig ist, um die Fahrlogistik vor Ort zu bewerkstelligen. Stattdessen beauftragten wir ein lokales Busunternehmen uns morgens vom Hotel in Trier zum Startpunkt des jeweiligen Tages zu bringen und uns am Ende des Tages wieder ins Hotel zu fahren. So konnten alle Teilnehmer rudern und niemand mußte einen halben Tag im Auto verbringen.

Apropos Trier. Wir übernachteten in einem Hotel mit direkter Sicht aus dem Frühstücksraum auf die Porta-Nigra. So konnten wir die Innenstadt fußläufig erreichen und bequem erkunden.

Das Schöne an einem Hotel nahe der Innenstadt ist, dass man recht schnell seine Lieblingsecke findet und sich keine Sorgen über den Rückweg machen muß. Wir haben schon am ersten Abend ein wirklich schönes Weinlokal gefunden, an dem wir nach dem Abendessen den Tag ausklingen lassen konnten.

Unsere Fahrt begann in Mettlach, an der Saarschleife und führte uns über die Zwischenstationen Saarburg, Konz, Trier zu unserem Ziel Bernkastel-Kues. Insgesamt waren 105 Ruderkilometer an 3 Tagen zu bewältigen. Hört sich erst einmal nicht viel an, allerdings sind Saar und Mosel durch zahlreiche Wehre aufgestaut, was dazu führt, daß erstens die Fließgeschwindigkeit minimal ist und man zweitens auch noch einige Schleusenanlagen bewältigen muss. So hatten wir letztendlich ein straffes Ruderprogramm vor uns, da das Schleusen doch manchmal länger dauerte als erhofft.

Am Mittwoch, den 28.5 ging es in einem Kleinbus und Bootsanhänger morgens um 9:00 Uhr am TVK los. Ziel in das Navisystem des nagelneuen Kleinbusses einprogrammieren und hoffen, dass man vor dem großen Feiertagsstau durchkommt. Dann, in Bonn, die erste böse Überraschung: Vollsperrung der Autobahn 565. Warum wußte dieses verd…. Navisystem das nicht? Also mit Bootshänger zwangsweise mitten in Bonn von der Autobahn abfahren (natürlich gab es auch einen hübschen Stau) und dann mit dem langen Hänger durch diverse Vororte von Bonn rangieren, um wieder auf die Autobahn kommen. Dann die nächste böse Überraschung kurz vor dem Ziel: Das Navi kannte die Anfahrt zu unserem Startpunkt nicht. Also standen wir plötzlich vor einer Saarbrücke, deren Durchfahrtsbreite auf 2,10 m begrenzt war. Schlecht, wenn der Bootshänger 2,38 m breit ist. Glücklicherweise kam uns Ludwig zu Hilfe, der mit eigenem PKW anreiste und uns zufällig gesehen hatte. Er lotste uns dann schlussendlich nach Mettlach, wo die Boote aufgeriggert wurden und wir den Hänger auch abstellen konnten. Für die Fahrt hatten wir einen Doppelvierer und zwei Doppelzweier dabei, so dass wir insgesamt 11 Bootsplätze hatten.

Wir nutzen am Mittwoch Abend auch gleich die Gelegenheit und schauten uns auch noch das Ruderrevier und die Saarschleife vom dortigen Aussichtspunkt an. Ein wirklich beeindruckender Ausblick.

Traditionell wurden dann am ersten Abend, im Rahmen des traditionellen gemeinsamen Abendessen, die Wanderfahrttrikots der diesjährigen Fahrt ausgegeben und Teilnahmesternchen gezählt.

Am Donnerstag stand dann die erste Etappe auf der Saar auf dem Programm. Es ging von Mettlach-Dreisach, knapp oberhalb der Saarschleife nach Konz, der Einmündung der Saar in die Mosel. Die Saar ist in diesem Bereich wirklich sehr idyllisch und wird von hohen bewaldeten Bergen eingeschlossen. Wenig Bebauung, Schiffsverkehr und himmlische Ruhe. Insgesamt 37 Ruderkilometer und 3 Schleusen standen am ersten Tag auf dem Programm. Auf Saar und Mosel gibt es zwei Arten von Schleusen: Große für die Berufsschifffahrt und kleinere, Sportbootschleusen, für die Freizeitboote. Auf der Saar haben die Kleinbootschleusen die Abmessungen 40 m * 6,75 m. Die Hubhöhe liegt immer so um die 12m, es geht also ordentlich nach unten. Die Größe ist ganz ordentlich und wir konnten in diesen Schleusen bequem mit unseren drei Booten einfahren und schleusen. Das sollte sich im Verlauf aber noch ändern….

Bei unserer ersten Pause in Saarburg nach der Vormittagsetappe mit 25 km Länge beim dortigen Ruderverein hatten wir das Glück, dass dort ein Straßenfest stattfand, so dass wir uns bequem mit Essen und Getränken an den dortigen Ständen versorgen konnten. Nachdem wir uns ausgiebig gestärkt hatten, machten wir uns auf den Weg zu unserem Ziel des ersten Tages in Konz, wo wir unsere Boote über Nacht beim dortigen Motorbootclub auf dem Gelände lagern durften.

Der zweite Tag war also der erste Tag auf der Mosel. Zwei Dinge ändern sich auf der Mosel grundsätzlich. Die Schleusen für die Kleinschifffahrt werden wesentlich kleiner und der Bootsverkehr nimmt deutlich zu. Damit ist noch nicht einmal die Berufsschifffahrt gemeint, sondern die unglaubliche Anzahl an Sportbooten und Jet-Skies die auf der Mosel unterwegs sind. Wer nur die himmlische Ruhe auf der Ruhr und Baldeneysee gewohnt ist, muss sich erst einmal an dieses, nennen wir es mal „reges Treiben“ gewöhnen. Die Sportboote sind i.d.R. hochmotorisiert und fahren auch gerne mal schnell. Das bedeutet, dass der erzeugte Wellenschlag so stark ist, dass man mit dem Ruderboot beidrehen muss, um die entstandenen Wellen „abzureiten“. Ansonsten droht, falls nicht sogar sofortiger Untergang, zumindest ein halb mit Wasser gefülltes Boot.

Auf der ersten Moseletappe hatten wir das Pech, dass in diesem Abschnitt besonders viele Sportboote unterwegs waren, so dass wir die entsprechenden Manöver ausgiebig üben konnten.

Ein besondere Darbietung erwartete uns dann am Ende unserer ersten Etappe in Schweich: Auf der dortigen Terrasse konnten wir die „Motorbootposer“ bewundern. Und wirklich, es lief genau so ab wie auf der RÜ: langsames Vorbeifahren mit blubberndem, hochmotorisiertem Sportboot und dabei wurde dem staunenden Publikum die gerötete Brust und der Bierbauch präsentiert. Nachdem man sich versichert hat, dass man ausgiebig bewundert worden war, wurde der Gashebel nach vorne geschoben und das Boot verschwand röhrend am Horizont, um 30 Minuten später wieder aufzutauchen und das Schauspiel begann von vorne.

Unbeeindruckt von diesen Darbietungen machten wir uns anschließend auf den Weg zum Tagesziel, einem Campingplatz in Klüsserrath, wo wir anlegen und unsere Boote lagern konnten. Glücklicherweise endete der Spuk mit den Sportbooten nach der nächsten Schleuse, so dass zumindest der Nachmittag ruhiger verlief.

Apropos Schleuse: Auf der Mosel sind die Sportbootschleusen deutlich kleiner. Sind die Abmessungen auf der Saar noch 40 m * 6,75 m, betragen sie auf der Mosel nur noch 18 m * 3,50 m

Das reicht in der Länge gerade so, dass wir mit unseren Boote in einem Zug schleusen konnten. Allerdings muß die Logistik stimmen: Zuerst fährt ein 2x+ ein, natürlich mit dicht angelegten Skulls, da die Breite von 3,5 m nicht ausreicht und legt sich ganz dicht an das untere Schleusentor, so dass es gerade noch so passt. Das geht nur, wenn die Mannschaft kerzengerade sitzt und nicht herumwackelt, da diese Bootslage alles andere als stabil ist. Der Steuermann paddelt das Boot alleine mit dem Stechpaddel in die Schleuse. Anschließend kommt der 4x+ und schiebt sich halb am 2x+ vorbei und legt an der anderen Seite der Schleuse an. Der letzte 2x+ macht den Abschluß und legt sich neben den 4x+, hinter den ersten 2x+. Das gibt ein schönes kompaktes Paket, in dem eigentlich beim eigentlichen Schleusenvorgang nicht viel passieren kann, da die Boote so dicht liegen, dass ein Kentern unmöglich ist. Spannend wird es dann wieder bei der Ausfahrt, bei der der Steuermann das Boot wieder herauspaddeln muss und die Mannschaft für die Bootsbalance zuständig ist. Das muss man üben und tatsächlich gab es eine ruderische Nahtoderfahrung im schmalsten 2x+. Glücklicherweise bekam ein Ruderer gerade noch rechtzeitig eine Leiter zu fassen und konnte so das Schlimmste verhindern.

Schneller als gedacht ging die Wanderfahrt zu Ende, so dass wir am Samstag zu unserer letzten Etappe aufbrachen. Wie das immer so ist, wochenlang ist es trocken, aber zum Termin der Wanderfahrt droht schlechtes Wetter. Wobei schlechtes Wetter nicht unbedingt nur Regen ist, sondern Bedingungen, unter denen der Aufenthalt auf dem Wasser unter Umständen lebensgefährlich wird.

Der Samstagmorgen führte uns von Klüsserrath nach Minheim, wo wir im Restaurant Moselblick unsere Pause einlegte. Da leider der Anleger am Restaurant nicht mehr vorhanden war, mußten wir ca. 1km flußabwärts anlegen und zu Fuß zum Restaurant gehen. Obwohl der eine oder andere der Meinung war, das sei nicht zu schaffen, war es wieder Erwarten dann doch kein Problem.

Während der Mittagspause verschlechterten sich die Wetterbedingungen zusehends und eine Gewitterfront zog auf. Erkennbar durch die dunklen Wolken am Horizont und die plingenden Unwetterwarnungen auf den Handys der Teilnehmer. So gingen wir zunächst zu den Boote zurück und hielten Kriegsrat. Da die Situation nicht wirklich besser wurde, beschlossen wir die Fahrt an dieser Stelle zu beenden, um uns nicht unnötig in Gefahr zu begeben. Zudem konnten wir dort auch am nächsten Tag gut die Boote verladen und abholen. Also stand als Abschluss noch das Sichern der Boote und des Materials an. Nach dem Sichern gingen wir zurück zum Restaurant um dort das Unwetter abzuwarten. Glücklicherweise waren unsere Busfahrer sehr flexibel und konnten uns dort abholen, um uns wieder nach Trier zu fahren.

Das Ende ist schnell erzählt. Nach einem schönen Abschlussabend in Trier teilten wir uns am nächsten Morgen auf: Eine Gruppe fuhr zu den Booten, um sie schon mal abzuriggern und für den Transport vorzubereiten. Die andere Hälfte holte den Hänger aus Mettlach ab. Das sind zwar nur 30 km von Trier, aber die Fahrt durch die Moselberge dauert. Nach der Verladung der Boote stand noch die Rückfahrt zum TVK an, wo die Boote gründlich gereinigt wurden. Danach gab es noch ein gemeinsames Getränk auf der TVK-Terrasse und alle Beteiligten waren sich einig, dass es eine rundum gelungene Wanderfahrt war.

Ruderwanderfahrt 2024 nach Schwerin

Die Vorbereitungen starteten im tiefen Winter mit einer Flasche Wein und der Aufgabe, die sich zur Wanderfahrt angemeldeten 13 Teilnehmer auf 3 Ruderboote an 3 Tagen sinnvoll einzuteilen. Das ist mindestens so anspruchsvoll wie die Tischordnung einer Hochzeitsfeier…

Der Wein war gut, die Einteilung einmalig und nach der Absage eines Teilnehmers auch schon wieder hinfällig. Egal, unsere eingespielte Mannschaft hat diese Herausforderung spielerisch mit einem unterbesetzten Vierer gemeistert.

Nach 8 Stunden Anfahrt mit ausgezeichneter Verpflegung von Guido, Frank und Ralf erreichten wir unser Ziel, die Schweriner Rudergesellschaft. Am Steg wird man mit einem traumhaften Blick auf das Schloss begrüßt.

Unser Hotel lag 15 Minuten fußläufig durch den Schlosspark entfernt. Ideale Voraussetzungen für die von Christian perfekt geplanten sportlichen Tage.

Wenn beim TVK der Wasserpegel maßgeblich für eine mögliche Ruderausfahrt ist, ist es bei der Schweriner Rudergesellschaft die Windstärke. Wir hatten 3 Tage Glück, der Wind war friedlich.

Am 1. Tag ging es 13 km südlich in den Innensee durch den Störkanal bis nach Banzkow. Auf der Rückfahrt machten wir eine Mittagspause in Plate. Abends hatten wir eine kurzweilige und launige Stadtführung mit Jürgen Hingst, einem ehemaligen NDR Journalisten und Ruderer.

Am 2. Tag stand die Mammuttour von insgesamt 40 Km in den Außensee zur Fischerei Priegnitz in Hohen Viecheln auf dem Programm. Das Ziel ist absolut empfehlenswert, statt Steg gibt es dort einen Sandstrand und köstlichen Fisch.

Nach hinlänglich erschöpfter Ankunft gegen 18 Uhr am Ruderverein erwartete uns eine unerwartete Überraschung: Ralf hatte kühles Bier und auf seinem Campinggrill frisch zubereitete Würstchen im Angebot. Besser geht nicht!

Der letzte Rudertag war wieder moderater und führte uns zum Sandstrand vom Ferienpark Seehof mit langgestreckter Mittagspause. Die abwechslungsreiche Rückfahrt ging über den Ziegelaußen- und Innensee sowie den Heidensee.

Nachdem wir den Hänger nach unserer Ankunft sofort startklar für die lange Rückfahrt gemacht hatten, ging es gemütlich zum gemeinsamen Abschiedsessen.

Bemerkenswert für uns war die in der Landeshauptstadt vorherrschende solide Lebensweise der Einheimischen und der Gastronomie. Die Frage nach einem Bier nach 22 Uhr wurde gerne mit einem “ü-ü” beantwortet (das ist das Geräusch beim langsamen Abtrocknen eines Bierglases) und der dann folgenden freundlichen Erläuterung: “wir machen gerade Feierabend”. Vorteil diese Umstandes ist eine morgens stets ausgeschlafene Mannschaft am Steg.

Am Sonntag ging es dann ohne Umwege pünktlich zurück zum TVK. Der liegt bekanntlich am Baldeneysee, ebenfalls ein immer wieder traumhaftes Ruderrevier.

2-tägige Ruhrwanderfahrt Mülheim – bitte vormerken

Am 3. und 4. Mai planen wir wieder unsere beliebte, zweitägige Ruhrwanderfahrt TVK – Mülheim – TVK.

Wir fahren am Samstag durch das liebliche Ruhrtal nach Mülheim, werden dort gemeinsam essen und abends nach Hause fahren. Am nächsten Tag erfolgt die Rückfahrt zum TVK. Geeignet für alle RuderInnen mit normaler Kondition. Es sind jeweils zwei Umtragen zu bewältigen.

Ein Aushang wird noch rechtzeitig erfolgen.

Wanderfahrtleiterinnen: Kerstin Lamm/Petra Muthmann