Fronleichnam in Kupferdreh am TVK – wo und was sonst?

Spannende Rennen wie hier im Achter prägten auch in diesem Jahr die Fronleichnamsregatta.

Großes Gedränge bei der 57. Fronleichnamsregatta am Bootshaus

Rund 40 Vereine mit fast 300 Aktiven in 450 Booten auf gut 800 „Rollsitzen“ – dies war die Teilnehmerbilanz beim diesjährigen Ruder-Höhepunkt in Essen-Kupferdreh: der Sprintregatta zwischen den Brücken auf dem oberen Baldeneysee. Hinzu kamen mehrere hundert Zuschauer, die sich aufgemacht hatten, das besondere Ereignis am Fronleichnamstag zu erleben.

Früh morgens fing die Regatta noch eher recht gemütlich und ruhig an. Die weitgereisten Ruderer aus Stuttgart und Flörsheim hatten auf dem Vereinsgelände in Zelten übernachtet und wurden durch das vorbereitende Treiben der vielen Helfer des TVK gegen halb sieben aus dem Schlaf gerüttelt. Um 8.30 Uhr sollte schließlich alles gerüstet sein, um das erste Rennen – den Juniorinnen-Doppelzweier U17 – auf die präparierte Strecke zu schicken.

Daneben war unter der Eisenbahnbrücke der Ruder-Salom aufgebaut. Ab 10 Uhr mussten hier die bis 14-jährigen Ruderinnen und Ruderer in ihrem Skiff nach dem Start zwei eng gesteckte Bojen durchstechen, dahinter eine Wende vollziehen, wieder durch die Bojen, sich leicht quer legen, um dann rückwärts „streichend“ diagonal hinter ein anderes Bojenpaar zu kommen, um dieses anschließend zu durchqueren und schließlich der Ziellinie entgegen zu spurten. Die Profis schafften dies in weniger als 1:30 Minuten – Anfänger hingegen benötigen 3 Minuten und länger. Gut 4 Stunden waren deshalb erforderlich, um die 86 gemeldeten Boote durch den Parqour zu bringen.

Konzentration kurz vor dem Start.

Auf der Sprintstrecke ging es Schlag auf Schlag bis in die frühen Abendstunden, ehe gegen 18.00 Uhr das letzte Rennen gestartet wurde: der Männer-Achter. Drei Boote hatten sich eingerudert und lagen mit ihren Bugbällen auf einer Höhe, um auf die knapp 400-Meter-Strecke geschickt zu werden. „Achtung! … Los“ – auf dieses Kommando hin legten sich Recken in den Booten aus Münster und Stuttgart sowie aus Herdecke an der oberen Ruhr ordentlich in die Riemen. Schlagzahlen bis an die 50 Schläge pro Minute sind notwendig, um die Achter unter einer Minute über die Distanz zu treiben. In diesem Jahr setzte sich recht deutlich mit einer guten Länge Vorsprung der Sieger vom letzen Jahr erneut durch: die vom „Altinternationalen“ Manni Bayer betreuten Ruderer des Münsteraner Regattavereins. Den Wanderpokal nahmen sie entgegen – wohlverdient gefüllt mit frischem Gerstensaft (was er verständlicherweise nicht lange blieb).

Sonne und Wolken wechselten sich tagsüber beständig ab, so dass nahezu ideale Bedingungen herrschten – sowohl aus sportlicher als auch kommunikativer Hinsicht. Ab 11 Uhr war der Vorplatz beständig gut gefüllt. Bekanntlich nutzen Anwohner wie auch ehemalige Sportler das gesellige Treiben, um sich nett zu unterhalten und dabei gut verpflegen zu lassen. In Zusammenarbeit mit Fleischerei Otto Velten waren Grill und Pommes Frites-Friteuse bestens vorbereitet, den Ansturm abzuwickeln. Daneben hatten die Ruder-Mütter wieder einen Pasta-Stand ins Leben gerufen, um auch den Sportler eine optimale Versorgung zukommen lassen zu können.

Rennkommentator Michael Hein nutzte die gute Übersicht aus dem Korb des erneut auf der Ziellinie positionierten Hebekrans, um die Rennen zu moderieren. Über den Laptop wurden ihm die gesetzten Rennen auf den Bildschirm geblendet, so dass es für ihn kein Vertun gab, in der hektischen Schlussphase der Rennen. Und das Organisationsteam nutze die gute Übersicht von dort oben, um am Ende des Tages die Aufräumarbeiten zu koordinieren – sowie um die fleißigsten Helfer mit einem „Höhenflug“ zu belohnen.

Dr. Michael Evers