53. Ruderregatta am Fronleichnamsregatta mit guter Beteiligung

Die Zuschauer standen dicht gedrängt am Ufer.
Spannende Kämpfe auf den letzten Metern wie hier im Doppelvierer.

Sportliches Großereignis auf dem oberen Baldeneysee

„Sport und Stimmung waren gut“, war die einhellige Meinung der Teilnehmer an der 53. Ruderregatta am Fronleichnamstag, die die Ruderriege des Turnvereins 1877 Kupferdreh auf dem oberen Baldeneysee ausrichtete. Dicht gedrängt standen die Zuschauer am Ufer, um die Rennen dieser Sprintregatta zu beobachten. Alle drei Minuten senkte sich an der Kampmannbrücke die Starterflagge, um über 800 Ruderinnen und Ruderer aus 53 Vereinen und Renngemeinschaften in 460 Booten auf die Strecke zu schicken.

Erstmals hatte man in diesem Jahr mit der eCup-Regattasoftware gearbeitet, die Online-Meldungen ermöglichte, wovon 47 Prozent der meldenden Vereine Gebrauch machten. Während der Regatta waren Regattabüro, Start und Ziel in einem Computernetz zusammengeschaltet worden. Hiervon hatten sich die beiden Regattaleiter Bodo Schmischke und Ulrich Bäumer einen reibungsloseren Ablauf erhofft. Das TVK-Stromnetz war durch die vielen angeschlossenen Gastronomiegeräte so überlastet, dass die Stromversorgung wiederholt zusammenbrach. Dies führte zwar nicht zu Engpässen bei der Verpflegung von Aktiven und Gästen, aber störte leider die Abwicklung der Regatta.

Ruderer aus ganz Deutschland am Start

Die Kupferdreher Sprint-Regatta war auch in diesem Jahr wieder Anziehungspunkt für Ruderinnen und Ruderer aus weit entfernten Orten Deutschlands. So starteten neben den zahlreichen Vereinen aus NRW Ruderer aus Cochem, Treis-Karden, Gießen, Lahnstein, Rastatt, Karlsruhe, Stuttgart oder Miltenberg.

Gut angenommen wurden auch wieder die Einer-Slalom-Wettbewerbe für die Kinder, die gleichzeitig unter der Fußgängerbrücke über den Baldeneysee stattfanden.

Renngemeinschaft Herdecke/Krefeld gewinnt Schlussachter

Packende Rennen prägten das Bild der Regatta. Nach rund 130 Starts in Rennen aller Altersgruppen verfolgten die zahlreichen Zuschauer mit großer Begeisterung insbesondere das Abschlussrennen dieser traditionellen Sprintregatta. In diesem Rennen, den „Harald-Freitag-Gedächtnisachter“, waren drei Boote an den Start gegangen. Nach einem spannenden Bord-an-Bord-Kampf gewann die Renngemeinschaft RC Westfalen Herdecke / Crefelder Ruder-Club ganz knapp vor der Renngemeinschaft Ruderriege Etuf Essen / RTHC Bayer Leverkusen / Frankfurter Rudergesellschaft Germania und dem Ruderverein Münster.

Ruhr-Pokal für Vereinsmannschaften

Nachdem der TVK vom DRV nicht mehr mit der Ausrichtung eines Laufes des Deutschen Ruderpokals betraut worden war, hatte man die Ausschreibung stark verändert. Regattaleiter Ulrich Bäumer: „Da die Pokalläufe in all den Jahren bei uns die jeweils am stärksten besuchten Wettkämpfe im ersten Halbjahr waren, hat uns das Argument seitens des Verbandes nicht überzeugt, dass man uns wegen des nicht bundeseinheitlichen Feiertages nicht mehr in die Terminplanung aufnehmen könne. Die gute Beteiligung in einer Region, in der die meisten Ruderer Deutschlands zuhause sind, sprach für sich und nicht für die DRV-Argumentation. Schade für die Aktiven, die mit Begeisterung zu den Pokalläufen nach Kupferdreh gekommen waren.“

Um dieser Begeisterung Rechnung zu tragen, hat die Ruderriege TVK den Gedanken der Förderung des Vereinssports weiter verfolgt und in diesem Jahr erstmals 18 Rennen um den von ihr neu geschaffenen Ruhr-Pokal ausgeschrieben. Leider kamen davon nur acht zustande. Gesamtsieger des Vereinswettbewerbes um den „Ruhr-Pokal“ wurde mit 22 Punkten der Ruderverein Waltrop vor Veranstalter TVK (16 Punkte) und dem Miltenberger RC (14 Punkte).  

Erstmals war ein Gig-Doppel-Dreier ausgeschrieben worden.

Tolle Idee: Gig-Dreier-Rennen

Tolle Ideen waren auch bei der Ausschreibung selbst verwirklicht worden. So gab es erstmals ein Gig-Doppeldreier-Rennen, zu dem Miltenberger RC, Bonner RG und Gießener RC Hassia gemeldet hatten. Wie sich herausstellte, hätte es im Nachhinein auch noch weitere Interessenten für dieses Rennen gegeben. Die Regattaleitung versprach: Nächstes Jahr gibt es wieder ein Dreier-Rennen.

Familien-Vierer mit drei Teams

Passend zum familiären Charakter der Kupferdreher Sprint-Regatta hatte man als Einlagerennen einen Familien-Gig-Doppelvierer angeboten, dessen Bedingung war, dass alle vier RuderInnen einer gemeinsamen Familie angehören. Auf Anhieb fanden sich drei Familien-Teams, die gegeneinander antraten. Sieger wurde die fünfköpfige Ruderer-Familie Böning vor der Familie Zander und der Familie Quast. Wenn man bedenkt, dass es in den Rudervereinen viele aktive Familien gibt, so dürfte hier der Zuspruch in Zukunft sicher noch stärker werden.

Rennen für erwachsene Anfänger

Als Flop erwies sich leider die Idee, Rennen für erwachsene Anfänger auszuschreiben. Hier hatte der TVK Wettkämpfe angeboten, in denen nur Aktive startberechtigt waren, die bisher an keinerlei Meisterschaftsrennen beteiligt waren. Regattaleiter Bodo Schmischke: „Wir vermuten, dass dies in der Ausschreibung untergegangen ist. Denn in den Rudervereinen müsste es für solche Rennen eigentlich ein großes Potenzial geben!“

Die Erfolge auf dieser Fronleichnams-Regatta waren unter den Teilnehmern gut verteilt, denn gleich 36 der 53 Vereine und Renngemeinschaften trugen sich in die Siegerlisten ein. Bei den Rennen der 15-/16-jährigen Juniorinnen und Junioren der TVK-Regatta gewann der Essener Ruder-Regattaverein 14 Wettbewerbe. Bei den Rennen der 11- bis 14-jährigen Jungen und Mädchen war der WSV Düsseldorf und der TVK mit jeweils sechs Siegen die erfolgreichsten Vereine, gefolgt von der Cochemer RG mit fünf ersten Plätzen. Erfolgreichster Verein bei den neun Slalom-Wettbewerben war die Ruderriege TVK, die hier viermal den Sieger stellte.

Parteien stiften Pokale

Dem Vorsitzenden der Ruderriege TVK, Dr. Michael Evers, war es gelungen, auch die Essener Ratsfraktionen der CDU, FDP und SPD für die Fronleichnamsregatta zu begeistern. Die drei Parteien stifteten Pokale, die durch die Kupferdreher Ratsherren Dirk Kalweit (CDU), Hans-Peter Schöneweiß (FDP) und den SPD-Oberbürgermeister-Kandidaten Reinhard Paß übergeben wurden.

Fotos: Detlev Seyb

http://www.tvk-essen.com/regatta/rega04/download/ergjum.PDF