Über 1.300 Aktive bei 49. Regatta am Fronleichnamstag

RaB-Oldies gewinnen "Harald-Freitag-Achter"

Sportliches Großereignis mit zahlreichen Highlights auf dem oberen Baldeneysee

Das war eine Ruderregatta am Fronleichnamstag, die es in sich hatte: Petrus bot nach den tropischen Temperaturen der Vortagen ideale Regatta-Bedingungen, und die Ruderriege des Turnvereins 1877 Kupferdreh bot Aktiven und Zuschauern ein elfstündiges sportliches Großereignis auf dem oberen Baldeneysee, bei dem ohne Pause ein Rennen dem anderen folgte.

1.350 Aktive am Start - Regatta wieder international
Alle drei Minuten senkte sich an der Kampmannbrücke die Starterflagge, um rund 550 Boote auf die Sprintstrecke zu schicken. Dazu kamen noch 30 Boote, die an den Slalomwettbewerben im Einer unter der Fußgängerbrücke teilnahmen. Solch eine Beteiligung von über 1.350 Aktiven aus 54 Vereinen und Renngemeinschaften in insgesamt 580 Booten hatte es in der 49-jährigen Geschichte der Ruderregatta am Fronleichnamstag noch nicht gegeben. Zudem waren Boote aus Kanada und der Ukraine gemeldet.

116 Boote in den Ruder-Pokal-Rennen
Anziehungspunkt für Ruderinnen und Ruderer auch aus weit entfernten Orten Deutschlands war sicher der 7. Lauf zum Deutschen Ruder-Pokal, mit dessen Ausrichtung der Deutsche Ruderverband den TVK wieder beauftragt hatte. So starteten Vereine aus Berlin, Bremen, Hannover, Kassel, Miltenberg, Weilburg sowie aus Würzburg und natürlich aus Nordrhein-Westfalen. Allein in den Pokal-Rennen gingen 116 Boote an den Start – eine Beteiligung, wie sie in diesem Jahr noch kein Lauf aufweisen konnte. Damit fand die Vergabe eines Wertungslaufs nach Essen-Kupferdreh wie auch schon in den Vorjahren wieder ihre Bestätigung. "Die starke Beteiligung auch von Mannschaften aus NRW macht deutlich, dass dieser Termin am Fronleichnamstag angenommen wird", sagt TVK-Regattaleiter Ulrich Bäumer. "Und wir haben den Eindruck, dass auch die Vereine aus anderen Bundesländern gerne zu uns kommen, denn sonst würden wir sie wohl nicht jedes Jahr wieder begrüßen können."
Für die in den einzelnen Bootsklassen führenden Vereine gab es zum Teil wichtige Punkte, andererseits gab es aber auch eine Reihe von "Außenseitersiegen", die den Ruder-Pokal weiterhin spannend machen.

Achter-Rennen waren Höhepunkte
Höhepunkte waren dabei insbesondere die beiden Rennen im Mixed-Achter und im Achter der Offenen Klasse. Im Mixed-Achter boten sich in zwei Abteilungen fünf Boote aus NRW und der Bremer RV spannende Rennen, wobei der Gesamtsieg an den RC Germania Düsseldorf ging. Im Offenen Achter waren dann gleich neun Teams am Start, die in drei Abteilungen um wichtige Punkte kämpften. Punktsieger wurde hier die RG Kassel, die sich damit dichter an die führende Miltenberger RG heranschob.

Schwimmend statt paddelnd ins Ziel
Vom Rückwärtsrudern zum Vorwärtspaddeln brachte der Sonderwettbewerb die neun teilnehmenden Mannschaften, die im Sechser-Mannschaftscanadier mit Steuermann über die Sprintstrecke fahren mussten. Einige der Vereine kannten diesen Wettbewerb schon aus dem Vorjahr, für andere war es eine neue Erfahrung mit dem Wassersport. Mit einer Art Eskimorolle verabschiedeten sich die Recken des Crefelder RC aus diesem Rennen und erreichten schwimmend das Ufer. Sieben Punkte gab es am Schluss nach den drei Abteilungen für die Miltenberger, die damit ihren Vorsprung in diesem Wettbewerb deutlich ausbauen konnten.

Turngemeinde Berlin behauptet Führung
Mit zunächst 13 gemeldeten Skullern wies der Offene Einer das stärkste Meldefeld in diesem Lauf des Pokals auf. Nachdem mit Kassel und Weilburg zwei Boote abgemeldet hatten gingen noch elf Einer an den Start. Sieger wurde Michael Keller von der Bonner RG vor Stephan Doering von der Ruderriege der Turngemeinde in Berlin von 1848, der damit seine Führung im Ruder-Pokal behaupten konnte.

RaB-Oldies gewinnen "Harald-Freitag-Achter"
Packende Rennen prägten das Bild der Regatta. Nach rund 140 Starts in Rennen aller Altersgruppen verfolgten die zahlreichen Zuschauer mit großer Begeisterung insbesondere das Abschlussrennen dieser traditionellen Sprintregatta. Für dieses Rennen, den "Harald-Freitag-Gedächtnisachter", hatten zwei Boote gemeldet. Nach einem spannenden Bord-an-Bord-Kampf gewann die Essener "Oldie"-Renngemeinschaft Ruderklub am Baldeneysee / TVK mit Andreas Tuschen, Thomas Rüth, Ekkehard Gruhn, Rainer Klipp, Sebastian Mital, Jan Kippar, Andreas Brink, Hilmar Troitzsch sowie TVK-Steuerfrau Eva Blank vor dem reinen TVK-Achter.

Siege gingen an 36 Vereine
Die Erfolge auf dieser TVK-Regatta waren unter den Teilnehmern gut verteilt, denn gleich 36 der 54 Vereine und Renngemeinschaften trugen sich in die Siegerlisten ein. Bei den altersmäßig unbeschränkten Rennen der TVK-Regatta gewannen Veranstalter TVK, der RC Germania Düsseldorf und die RTG Wesel jeweils sechs Wettbewerbe. Der Ruderklub am Baldeneysee konnte fünf sowie der Essen-Werdener Ruder-Club und die Hürther RG jeweils vier Siege verbuchen. Bei den Rennen der 11- bis 15-jährigen Jungen und Mädchen war die Kettwiger Rudergesellschaft mit 7 Siegen der erfolgreichste Verein vor TVK und EWRC, die jeweils fünfmal erfolgreich waren. Gut angenommen wurden auch wieder die Einer-Slalom-Wettbewerbe für die Kinder, die parallel zu den Rennen unterhalb der Fußgängerbrücke stattfanden.

Neue Startanlage hatte Bewährungsprobe
"Altersschwach" waren in den letzten Jahren die Startnachen geworden, die inzwischen viele Jahre auf dem Buckel hatten. Unter der Regie von Günter Sewald und Dirk Grothe war eine komplett neue Startanlage konzipiert und gebaut worden, die mit der Regatta ihre Bewährungsprobe hatte.
Dem eingespielten TVK-Team gelang wieder eine pünktliche Abwicklung der Veranstaltung: Nach elf Stunden Regatta mit 142 Starts konnten die Wettkämpfe dank des unermüdlichen Einsatzes aller Helfer fast auf die Minute genau beendet werden. Und damit begann auch schon die Arbeit für das nächste Jahr, in dem die Kupferdreher Sprint-Regatta 50 Jahre alt wird.

Die Regattaleitung und der Vorstand möchten diese Gelegenheit nutzen, um den zahlreichen Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Vorbereitung, der Durchführung und nach der Regatta auf diesem Wege zu danken. Ohne diese Helfer wäre eine solche sportliche Großveranstaltung nicht machbar.